Nicht alle Werbeaussagen machen sinn – über schwachsinnige Werbeversprechen

Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Parship

Nicht jedes Werbeversprechen macht Sinn

Täglich werden wir mit allerhand Slogans und Werbeaussagen konfrontiert. Durch das Wachstum des Internets in den letzten Jahrzehnten hat sich der Werbedruck auf jeden Einzelnen von uns drastisch erhöht: Nicht nur über Radio und TV erreicht uns Werbung, Onlinemarketing hat eine Fülle von neuen Channels hervorgebracht, die uns mit unserer täglichen Dosis Werbung versorgen: SEA, Bannerwerbung, Newsletter, Videoanzeigen, etc.

Haben Sie sich mal angehört, was da in der Werbung gesagt wird? Es ist wie im Leben – neben einigen cleveren Kampagnen findet man auch nicht so gute Varianten. Oft fällt es erst auf, wenn wir genauer darüber nachdenken: Was wird da überhaupt gesagt?

Beispiele gefällig?

Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Parship

Mein Lieblingsbeispiel. Die Intention dahinter ist klar – man hat wohl ausgerechnet, wie viele Kontaktanfragen es durchschnittlich auf der Plattform gibt (ich weiß nicht wie Parship genau funktioniert, will es auch ehrlich gesagt nicht wissen) und das dann auf die Minuten heruntergebrochen, die ein Tag halt so hat. Dabei finde ich die Aussage aus mehreren Gesichtspunkten zweifelhaft:

  • Für eine Partnerschaft braucht es zwei Personen, die sich verlieben. Wenn sich ein Single verliebt, ist hier noch keinem geholfen.
  • Statistisch stellt wohl alle 11 Minuten ein Mitglied eine Kontaktanfrage. Das man hier von verlieben spricht, finde ich doch sehr fragwürdig.

Nicht zu unrecht wurde der Slogan schon oft in diversen Comedyformaten zerrissen: Was ist denn, wenn ein und derselbe Single sich alle 11 Minuten aufs Neue „verliebt“?

mit natürlichen Zutaten, Zutaten natürlichen Ursprungs

Sie entschuldigen meine Wortwahl: Scheiße ist auch natürlich. Alle Zutaten haben logischerweise einen natürlichen Ursprung (aus fernen Galaxien wurde noch nichts importiert), nur haben viele eine längere Verarbeitung hinter sich. So kommt zum Beispiel Glutamat in fast allen proteinhaltigen Lebensmitteln von Natur aus vor.

aus kontrolliertem Anbau

Das ist ebenfalls irreführend. Logischerweise wird jeder Anbau kontrolliert, sei es im Gewächshaus oder auf dem Feld. Nur weil etwas kontrolliert wurde, wird es jedoch nicht zu einem besseren Lebensmittel. Wenn man in einem Wald wilde Kräuter oder Beeren pflückt, dann ist das kein kontrollierter Anbau. Landwirtschaft hingegen ist aber zu immer kontrolliert. Generell wird bei Lebensmitteln viel mit nicht geschützten Werbebegriffen gearbeitet, allerdings auf beiden Seiten. So ist das Essen von McDonalds, entgegen den Behauptungen mancher Verbraucherschützer, natürlich nicht ungesund (also gesundheitsschädlich), aber auch nicht gesund (im Sinne von ausgewogen oder nährreich).

Bis zu 30% reduziert

Selbst wenn der komplette Warenbestand nur um 5 Prozent reduziert ist, ein Artikel aber um 30 Prozent rabattiert ist, ist diese Aussage bereits gültig. Dass der Kunde die angegebene Reduzierung oft gar nicht auf seine gewünschten Produkte bekommt, nehmen viele nicht wahr.

Fazit

Auf dem großen Werbemarkt gibt es durchaus die ein oder andere Perle von großartigen Slogans und Werbeaussagen. Diese weniger überzeugenden Beispiele wollte ich Ihnen aber nicht vorenthalten. Denken Sie einmal nach – über welche sinnfreien Werbeversprechen stolpern Sie am meisten?

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