Krisenmanagement DOSB im Zusammenhang mit Socialmedia und Sposoring

Dabeisein ist alles #Rio2016

Krisenkommunikation des DOSB im Umgang mit Socialmedia

Im Vorfeld zu Olympia gab es einige Diskussionen um Sponsoren, die Athleten unterstützen. Diese dürften in den sozialen Medien nur sehr eingeschränkt mit ihren Athleten werben, diese wiederum seien aber auf solche Unterstützer angewiesen, um ihre Kosten stemmen zu können [^1]. Durchschnittlich 620 Euro verdient ein Olympiateilnehmer pro Monat, wenn er nicht bei Polizei, Grenzschutz oder Bundeswehr angestellt ist [^2].

Das Ganze hat offensichtlich so hohe Wellen geschlagen, dass sich der DOSB (Deutsche Olympische Sportbund) gezwungen sah, eine Klarstellung zu veröffentlichen. Das Problem dabei: Die Klarstellung verunsichert mehr, als dass sie aufklärt.

Auch aus anderen Ländern hört man Ähnliches [^2]. Zusammengefasst wird im Bezug auf Unternehmen folgendes gesagt:

Die kommerzielle Ausnutzung der Aufmerksamkeit der Olympischen Spiele durch Unternehmen, die sich als Trittbrettfahrer betätigen, ist eingeschränkt. Privatpersonen und Athleten dürfen Hashtags wie #Rio2016 oder #WirfuerD uneingeschränkt nutzen

Wie bitte? Das impliziert ja, dass der Sportbund Rechte an diesen beiden Hashtags hat – ansonsten hätte er ja keine Möglichkeit Verstöße zu sanktionieren und diese Drohung wäre nur ein zahnloser Tiger.

Ohne eine juristische Ausbildung kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen: Man kann keine Rechte an Hashtags erwerben. Das wäre in etwas so als würde man einem Menschen verbieten, ein bestimmtes Wort zu sagen. Alleine der Athlet selber ist für den IOC und DOSB juristisch greifbar, mit Disqualifikation und Strafen wird gedroht. Theoretisch könnte man also den Spieß sogar umdrehen und dem Sportler gratulieren, den man gar nicht unterstützt – nur um Ihm zu schaden und damit einen anderen Sportler zu stärken [^3].

Warum macht der DOSB sowas? Ganz klar – man hat eigene Sponsoren Partner, die man schützen will. Nur wer an den DOSB zahlt, soll bitte auch damit werben dürfen. Dabei riskiert der DOSB viel mehr als er vermutlich denkt: Neben schlechter Reputation (die der DOSB und IOC schon zur Genüge haben) setzt er auch die Viralität aufs Spiel. Socialmedia hat inzwischen einen großen Anteil an der Reichweite von Events, und erst die hohen Reichweiten machen Olympia für Sponsoren interessant. Große Marken tragen durch ihre große Fanbase nicht unwesentlich zur eben dieser Reichweite bei.

Fazit

Jedes Ereignis, sei es eine WM oder EM, schafft es inzwischen, den Sponsoren eines Events sowie den persönlichen Sponsoren der Athleten ein friedliches Miteinander zu ermöglichen. Warum schafft das Olympia nicht? Die Regel 40.3 der Olympischen Charta, die Teilnehmern die Nutzung ihrer sportlichen Leistung zu Werbezwecken verbietet, muss gestrichen werden. Und der DOSB muss endlich im Jahr 2016 ankommen.

1: https://www.facebook.com/sprint.svenknipphals/photos/a.330312770328197.102303.323480894344718/1503297599696369/?type=3&theater
2: http://www.zeit.de/sport/2016-08/olympische-spiele-olympia-ioc-dosb-regel-40-rio
3: http://www.rp-online.de/sport/olympia-komitee-der-usa-verbietet-twitter-hashtag-aid-1.6149238
4: http://www.sueddeutsche.de/sport/social-media-bei-olympia-wer-medaille-tweetet-wird-bestraft-1.3103748-2

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