Hamburg – ein Kommentar zur Causa Schubert

Ein Kommentar zur Person Christoph Schubert

Die Causa Schubert

Spielt man Eishockey um zu gewinnen? Nein. Man spielt Eishockey um nicht zu verlieren. Das ist mir in den letzen Tagen wieder bewusst geworden als es um Eishockey ging – vor allem wenn der Name Christoph Schubert im Spiel war. 

Machen wir uns nichts vor, Eishockey ist ein knallhartes Business, vor allem geht es immer um Wirtschaftlichkeit. Wenn der Hauptsponsor den Daumen senkt, sind schon bei so manchem Verein die Lichter ausgegangen. Gerade wir Düsseldorfer sind da sehr emphatisch.
So senkte auch die Anschutz-Gruppe Ihren Daumen, als Sie vor vielen Jahren merkte, das die Freezers in Hamburg nicht den gewünschten Return-on-Investment bringen. Das Resultat war vor Kurzem in der Presse zu lesen, das Erstliga-Eishockey in Hamburg ist Geschichte.

Im Grunde waren die Hamburger ja eine Söldnertruppe. Keiner aus dem Kader war auch nur annähernd ein Hamburger Eigengewächs, auch die Tradition des Vereins ist recht brüchig, zog der Inhaber den Club doch 2002 von München nach Hamburg um. Also warum trauern?

Als der Klub vor dem Aus stand hob sich einer hervor, der kämpfte: Christoph Schubert. Er wollte nicht verlieren.
Er riss sich – auf deutsch gesagt – den Arsch auf, um die Eigner noch umzustimmen. Mit überwältigendem Erfolg, auch wenn es am Ende nicht gereicht hat.

Warum tut er das? Ich habe keine Ahnung, im Grunde ist es auch nicht wichtig. Wichtig ist nur, das er es tut.

Mitte der Woche gab er bekannt, das er als Spieler (sowie mit einer Tätigkeit auf der Geschäftsstelle) zu den Crocodiles Hamburg wechselt. Das Ganze ist Drittliga-Eishockey, der Mann war im Gespräch mit vier DEL-Clubs und ist ehemaliger NHL-Spieler.

Er tut das, was er die letzten Monate auch schon getan hat. Er kämpft, für Hamburg. Und das ist etwas, was man ihm nicht hoch genug anrechnen kann. Vielleicht steht sein Schlittschuh in Bronze irgendwann mal vor der Halle in Farmsen, ähnlich wie der von Uwe Seeler nahe des Volkspark-Stadions. Der Mann hat etwas, was den meisten Spielern (nicht nur in unserem Sport) fehlt: Identifikation. Und machen wir uns nichts vor, ohne diese Identifikation – bei Fans wie Spielern – ist unserer Sport nichts. Ich will nicht irgendwelche Schergen anfeuern, sondern mein Team. Solche Leute geben den Vereinen ein Gesicht.

Trotz aller Niederlagen hat Schubert nicht verloren, und das macht ihn jetzt schon zum Gewinner.

Christoph, du bist Eishockey – Danke!

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