Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender

Der Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender

Mit dem Zweiten sieht man besser.

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, wie ARD und ZDF, haben es gut, bekommen Sie doch jährlich über 8,13 Mrd. Euro [^1] aus dem Beitragsservice. Das Wort klingt genauso geschönt wie Arbeitsamt, erst nannte man es Agentur für Arbeit und nun Jobcenter. Der Beitragsservice ist schlicht die frühere GEZ-Gebühr, nur das es nun ein Beitrag und keine Gebühr mehr ist. Im Gegensatz zu einer Gebühr ist wird ein Beitrag unabhängig von der tatsächlichen Inanspruchnahme erhoben – auch wenn ich keinen Fernseher oder Radio habe, ich zahle.
Anders als bei einer Steuer sind die Einnahmen eines Beitrags direkt an den jeweiligen Zweck gebunden, also an die Rundfunkanstalten [^2]. Schon GEZahlt? Danke.

Eine Minute Tatort kostet über 15.000 Euro [^3], alleine die Rechte für die Fussball-EM 2016 kosten 160 Mio. Euro [^4]. Der TV-Experte Memmeth Scholl musste sich erst kürzlich für das Gerücht rechtfertigen, er beziehe angeblich 1.6 Mio. Euro für seine Tätigkeit bei der EM. Das ist ja toll wie die mit unserem Geld umgehen, das die uns zwangsweise aus der Tasche ziehen, auch wenn ich das alles gar nicht gucke!

Nein wirklich, es ist wirklich toll!

Auch wenn ich es mal mehr und mal weniger wahrgenommen habe: Das öffentliche Rundfunkprogramm hat mich mein ganzen Leben lang begleitet. Als Kind guckte ich Die Sendung mit der Maus und Löwenzahn, später dann blieb man bei Geld oder Liebe die ersten Male etwas länger auf. Als Jugendlicher hörte man 1Live und guckte Sportschau. Nun bin ich älter und erwische mich immer öfter dabei, wie ich das Programm von WDR immer besser finde.

Diese Sender haben aus ihrer Not eine Tugend gemacht: Da öffentlich finanziert darf nicht irgendwas gesendet werden. Es gibt einen Bildungsauftrag, der erfüllt werden muss. Ausserdem muss das Programm alle Altersschichten abdecken, eine gesunde Mischung aus Kultur, Wissen, Sport, Politik usw. ist Pflicht.

Gerade das macht Sie in meinen Augen so gut. Sie bilden eine Insel der niveauvollen Unterhaltung zwischen den privaten Fernsehsendern. Man kann auch mit anderen Dingen als amerikanischen Serien, scripted Reality und ehr weniger lustigen Shows gute Unterhaltung produzieren.

Fazit

Die Kritik an der kostenintransparenz des öffentlichen Rundfunks ist wichtig; ähnlich einer Opposition wird als Gegenpol Rechtfertigung und Transparenz verlangt. Gerade das ist es, was den privaten Sendern fehlt – die Verpflichtung an die Zuschauer, anspruchsvolles Programm zu liefern.

1: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/163022/umfrage/gesamtertrag-der-gez-seit-2005/
2: :https://de.wikipedia.org/wiki/Beitrag
3: http://www.welt.de/vermischtes/article119977003/Eine-Tatort-Minute-kostet-15-500-Euro.html
4: http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-europameisterschaft-ard-und-zdf-sichern-sich-tv-rechte-fuer-em-2016-a-817005.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.